Dienstag, 14. März 2017

Wenn nichts mehr passt

Kennt ihr das auch, wenn nichts im Leben richtig zusammen zu passen scheint? Wenn ihr euch verändert und nicht mehr in eure Umgebung passt, in das Leben, das ihr euch geschaffen habt?

So geht es mir gerade. Ich verändere mich – durch die Therapie, durch das Aufbrechen alter Muster. Und so wichtig und spannend das alles ist – es bringt andere neue Baustellen mit sich. 

Zum einen im Job: Wo ich bisher immer recht brav zu allem Ja und Amen sagte, sehe ich inzwischen vieles kritischer und traue mich auch, meine Meinung zu sagen. Damit ecke ich natürlich bei vielen Kollegen jetzt an. Und ich habe das Gefühl, dass ich meinem Arbeitgeber, bei dem einiges nicht rund läuft zurzeit, irgendwie entwachse. Bisher war ich immer der Meinung, mein Arbeitgeber sei im Recht und ich im Unrecht (ja, ja, die guten alten Selbstzweifel), doch meine Sichtweise dazu verschiebt sich. Ich wünsche mir auf der einen Seite ein professionelleres Umfeld, auf der anderen Seite traue ich mich noch nicht wirklich, eine neue Herausforderung anzunehmen.

Zum anderen mein Äußeres: In den letzten Jahren habe ich mich zwar immer gut, aber auch sehr langweilig angezogen. Alles musste miteinander kombinierbar sein, keine Muster, wenig Farben, alles praktisch. Aber das passt nicht mehr zu mir. Ich will das Bunte, das ich wieder in mir trage, nach außen zeigen. Am liebsten würde ich den kompletten Inhalt meines Kleiderschranks weggeben und ganz von vorne anfangen.

Und dann ist da noch die Wohnung: Auch hier würde ich am liebsten alles radikal umschmeißen und neu einrichten. Auch viel von der Musik, die ich in den letzten Jahren gehört habe und den Büchern, die ich gelesen habe, würde ich mir heute nicht mehr anschaffen.

Ich erkenne an all diesen Dingen, wie schmerzhaft ich versucht habe, ein Teil des Mainstreams zu sein, den ich eigentlich ablehne. Natürlich sind diese Veränderungen nicht von heute auf morgen möglich. Mein Verstand sieht das auch ein. Aber ich spüre eine gewisse Ungeduld. Und ich habe Angst, dieses bunte Mädchen mit dem wachsenden Mut wieder zu verlieren, wenn es in einer Welt leben muss, die es immer an ihr altes braves Ich erinnert. 
Meine alten Hüllen, meine Komfortzonen passen nicht mehr zu mir. Sie jucken und fühlen sich unbequem an. Am liebsten würde ich sie mir komplett vom Leib reißen, heute, sofort. Ich will mich nicht mehr einengen lassen. Ich will den Rahmen sprengen, aus der Reihe tanzen und gegen den Strom schwimmen. Ich will ich sein – mit allem, was dazugehört.  

Alles Liebe
Anni

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