Freitag, 30. Dezember 2016

Ein Jahr Selbstfürsorge - meine Bilanz

Im Januar hatte ich auf einem Mindmap zusammengetragen, was ich in 2016 für meine Selbstfürsorge tun wollte. Das sah so aus:


Einiges davon schaffe ich nicht so regelmäßig wie ich es gerne möchte. Mein Blog gehört dazu. Und Tagebuch schreibe ich noch viel seltener. Auch weniger zu shoppen fällt mir schwer - ist es doch wie meine Fressanfälle und die Selbstverletzung ein Stress-/Kompensations-/Belohnungsmuster, mit dem ich besonders in schwierigen Phasen zu kämpfen habe. Doch da ich es geschafft habe, die beiden anderen Themen stark einzuschränken, will ich da aktuell nicht zu hart zu mir selbst sein. Aber weniger zu shoppen bleibt damit definitiv auf der Liste für 2017. 
Mich weniger im Internet herumzutreiben gelingt mir auch nicht immer. Es lenkt mich einfach ab, wenn in meinem Kopf das Gedankenkarussell den Turbogang eingeschaltet hat. Ein weiteres To Do für nächstes Jahr. 

Aber vieles konnte ich in meinen Alltag integrieren. Ich habe einen Therapieplatz bei einer Therapeutin gefunden, die perfekt zu mir passt. Ich habe einem Kurs in autogenem Training besucht und setze es recht erfolgreich ein, wenn ich nicht einschlafen kann. Ich lese wieder mehr, höre oft laut Musik und gehe auch wieder auf Konzerte. Ich nehme mir Auszeiten für mich, in denen ich manchmal gar nichts tue, meditiere, bade oder kreativ bin. Ich mache regelmäßig Yoga, gehe fast in jeder Mittagspause spazieren. Ich gönne mir Zeit für meine Körperpflege und genieße es, mir damit etwas Gutes zu tun. Und ich habe ausgemistet - in meinem Kleiderschrank, in meinen sozialen Kontakten und in meinem Kopf. Ich trenne mich nach und nach von verschiedenstem Ballast und spüre, wie ich leichter werde. 

Ich denke, ich bin zurzeit auf einem guten Weg. Und ich werde ihn weitergehen. Weiter tun, was mir gut tut. Auch wenn es oft Disziplin erfordert. Aber ich habe gespürt, dass sich die Anstrengung lohnt. Also auf in ein neues Selbstfürsorge-Jahr 2017. 

Alles Liebe - auf in ein hoffnungsvolles neues Jahr
Anni


Mittwoch, 28. Dezember 2016

Raus aus der Komfortzone

Seit einigen Wochen geht es mir gut. Es fühlt sich an, als wäre ein Knoten geplatzt. Mir ist klar geworden, dass ich mich selbst einschränke. In allem. Ich habe mir aus Selbstschutz eine Komfortzone geschaffen, die nach und nach zu einem Gefängnis wurde. Ein sehr bequemes, sicheres und wohl bekanntes Gefängnis. Aber auch eines, das mir die Lebensfreude raubte. Und alles in mir nach und nach erstickte.

Seit dem versuche ich mich frei zu machen. Von den Beschränkungen, die ich mir selbst setzte. Ich weite die Grenzen meiner Komfortzone Stück für Stück aus. Und ich habe Spaß dabei. Viel Spaß. Ich habe wieder Flausen im Kopf, mache Pläne. Ich fühle mich teilweise wie ein Kind, das neue Dinge entdeckt. Das etwas ausprobiert. Und sich keine Gedanken um die eventuellen Vorbehalte seiner Umwelt macht.

Und das ist neu. Es kümmert mich nur noch sehr wenig, was andere von dem halten, das ich tue. Ich trage die Kleidung, die mir gefällt. Ich höre die Musik, die mir gefällt. Ich sage meine Meinung offen. Ich like auf Facebook Beiträge und Seiten, die ich gut finde. Und auch wenn das albern erscheinen mag, all das habe ich unterlassen, weil ich mich vor negativen Reaktionen fürchtete. Ein sehr altes Muster, das aus mir etwas gemacht hat, was ich nie sein wollte. Langweilig, konform, angepasst - eine, die mit jedem Strom schwimmt - nur, um Teil von etwas zu sein, zu dem ich nie gepasst habe und mich vor Leuten zu schützen, die ich eigentlich gar nicht mag.

Ich bin mehr bei mir. Finde das Mädchen wieder, das ich früher war. Fantasievoll, neugierig, wissbegierig, lebenshungrig. Und ich traue mich mehr und mehr, das auch zu zeigen. Ich lerne, dass nichts schlimmes passiert, wenn ich so bin, dass die Menschen, die mich mögen, mich auch so mögen - vielleicht sogar noch etwas mehr, weil ich authentischer bin.

Ich befreie mich gerade aus meinem selbstgewählten Gefängnis, bahne mir einen Weg in die Freiheit und damit zu mir selbst. Ich will nicht mehr dorthin zurück. Ich will wieder raus ins Leben.

Alles Liebe
Anni