Sonntag, 6. November 2016

Wer bin ich?

Ich bin die, die ein Spitzenunterhemd unter dem Hoodie trägt.
Ich bin die, die ihre Nichten und Neffen abgöttisch liebt, aber keine eigenen Kinder will.
Ich bin die, die heute einen blutrünstigen Thriller liest und morgen eine kitschige Schnulze.
Ich bin die, die im Büro immer peinlichst Ordnung hält, zu Hause aber ein riesiges Durcheinander in ihren Unterlagen hat.
Ich bin die, die in einem Moment zu Rage against the Machine abgeht und sich danach das neue Album von Tailor Swift runterlädt.
Ich bin die, die sich die Fingernägel lackiert und mit frisch lackierten Nägeln den Garten einer Freundin umgräbt.
Ich bin die, die den Kopf in den Wolken hat und gleichzeitig mit beiden Beinen auf dem Boden steht.
Ich bin die, die über Oberflächlichkeit schimpft und sich danach RTL Exklusiv anschaut.
Ich bin die, die bei Konzerten in lauten Menschenmengen singt und tanzt, aber der die Unruhe in der S-Bahn zu viel ist.
Ich bin die, die neugierig auf das Leben ist und doch an den meisten Tagen nicht vor die Tür will.
Ich bin die, die Nutella am liebsten auf salzigen Laugenbrötchen isst.
Ich bin die, die zu Hause nur wenig Licht macht, aber von trübem Wetter unheimlich genervt ist.
Ich bin die, die mit ihrer Figur unzufrieden ist, aber ihr Essverhalten nicht umstellt.
Ich bin die, die am liebsten immer noch alles alleine meistert, obwohl sie weiß, dass sie das nicht muss.
Ich bin die, die den Sommer liebt, aber sich über die Hitze beschwert.
Ich bin die, die sich Stirb langsam genauso gerne anschaut wie Schlaflos in Seattle.
Ich bin die, die sich für das Weltgeschehen interessiert, aber keine Lust hat, mit anderen darüber zu diskutieren.
Ich bin die, die wahnsinnig viel Liebe für Menschen empfindet, es ihnen aber nicht sagen kann.
Ich bin die, die als Kind im Sandkasten Tunnel für Matchbox-Autos gegraben hat und danach mit ihrer Braut-Barbie gespielt hat.
Ich bin die, die sich in der Öffentlichkeit immer zu benehmen weiß und zu Hause flucht und die Füße auf den Tisch legt.
Ich bin die, die immer dann am aufgedrehtesten ist, wenn ihr am wenigsten danach ist.

Ich bin die, die noch lernen muss, dass es diese vermeintlichen Widersprüche sind, die sie ausmachen.
Ich bin ich.

Alles Liebe,
Anni

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen