Sonntag, 13. November 2016

Anni - wo steckst du?

Im Lauf meines Lebens hab ich mich verloren. Habe Dinge aufgegeben, die mir wichtig waren, die mich ausgemacht haben, weil sie von anderen nicht anerkannt und akzeptiert wurden. Und ich bekomme immer stärker das Gefühl, dass ich das Mädchen, das ich einmal war, wieder finden muss. Es fehlt mir. Sehr.

Ich habe mich immer sehr für Musik begeistert, stundenlang Radio gehört, neue Bands entdeckt, mich abseits vom Mainstream bewegt, selbst Gitarre gespielt. Ich habe gelesen, am liebsten Fantasy, und selbst Geschichten geschrieben. Ich habe die Türen meines Kleiderschranks mit allem möglichen beklebt - Postkarten, Zeichnungen, Konzertkarten, Sticker - alles, was mir gefallen und mich inspiriert hat. 
Doch diese Kreativität, die ich damals ausdrückte, wurde weder gefördert, noch in irgendeiner Weise unterstützt oder anerkannt. Und so hörte ich nach und nach mit all dem auf. Meine Gitarre steht verstaubt in der Ecke. Meine Geschichten landeten im Altpapier, genau wie all die Schnipsel von meiner  Schrankwand. Mein Musikgeschmack wurde immer chartlastiger. Meine Klamotten wurden eintönig. Ich hörte auf, mich und das, was in mir steckte, nach außen auszudrücken. Fing an, meine Kreativität zu unterbinden. 

Inzwischen frage ich mich, warum ich all das aufgegeben habe. Warum sollte ich nicht wieder zeichnen, stundenlang unbekannte Musik entdecken, basteln, mich mit Dingen beschäftigen, die mich inspirieren? Nur, weil andere es nicht interessiert oder sie es doof finden? Wieso schränke ich meine Persönlichkeit nur immer noch so ein, obwohl ich das nicht muss und ich selbst darunter leide? 

Alte Gedankenmuster sind Arschlöcher. Sie halten uns von Dingen ab, die uns gut tun. Sie sagen uns, dass wir so sein müssen, wie andere uns haben wollen, um gemocht zu werden. Sie halten uns davon ab, unser Potenzial zu entdecken, es auszuschöpfen. Sie halten eine Angst am Leben, die uns ausbremst. 

Ich will das nicht mehr. Ich will zu mir zurückfinden. Zu dem Lebenshunger, den ich früher gespürt habe, zu der Neugier, der Begeisterungsfähigkeit, zu den Albernheiten, zur Kreativität, dieser positiven Energie. Ich will die Gelegenheiten ergreifen können, die sich mir bieten, ohne nachzudenken, wie andere das wohl finden. Ich will mich nicht mehr fremdbestimmen lassen. Es ist an der Zeit dafür. 

Alles Liebe
Anni

Kommentare:

  1. Mir geht es genauso. Und es tut gut, das alles wieder hervorzuholen. Ist doch egal, ob es andere interessiert. Es interessiert DICH und tut dir gut!

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  2. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! <3

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