Donnerstag, 8. September 2016

Warnzeichen

Die letzten Tage über ging es mir ganz gut. Durch meine Weisheitszahn-OP letzte Woche war ich ein paar Tage zu Hause und weil ich körperlich nicht fit war, habe ich viel geschlafen und mich ausgeruht. 
Doch seit gestern merke ich, dass es in mir wieder gärt. Die ersten Warnzeichen für einen bevorstehenden Absturz sind da.

Wie diese Anzeichen bei mir aussehen?
Ich höre auf, mit Menschen Augenkontakt zu halten, wenn ich mit ihnen rede.
Meine Konzentrationsfähigkeit wird schlechter.
Die Schlafstörungen kommen wieder.
Ich höre damit auf, Dinge für meine Selbstfürsorge zu tun. Obwohl ich genau weiß, dass nach Feierabend etwas Bewegung, malen, meditieren oder lesen gut für mich wäre, verbringe ich meine Abende teilnahmslos vor dem Fernseher oder im Internet. 
Ich bin sehr schnell gereizt und überfordert.
Und ich werde zuerst albern und dann total überdreht.

Albern zu sein ist an sich ja nichts schlechtes, meistens tut es ja sogar gut, wenn man das Leben nicht allzu ernst nimmt und sich von seinen Problemen mal etwas entfernen kann. Ich lache auch gerne und mache Späßchen. Und doch erreicht diese Albernheit bei mir kurz vor Abstürzen ein „ungesundes“ Level. Es löst in mir einen Zustand aus, bei dem ich das Gefühl habe, nicht mehr ich selbst zu sein. Dann fängt das Überdreht-Sein an. Ich kann mich dann selbst nicht mehr stoppen, sehe und höre mir selbst dabei zu. Es ist, als ob sich mein Kopf bewusst noch einmal intensiv in ein Hoch hineinsteigert, weil er weiß, dass es für ein paar Tage dann wieder vorbei ist damit. Das Tief folgt. Jedes Mal. Das Muster ist immer ähnlich. Aber ist es meistens immer das Alberne, das Überdrehte, das ich bewusst wahr- und dann auch ernstnehme. Leider ist das aber immer die letzte Stufe, bevor die Dämonen wieder voll zuschlagen. Und bisher habe ich noch kein Mittel gefunden, es ab diesem Punkt aufzuhalten. Eindämmen ja. Aber nicht komplett bremsen.

Wann es mich genau erwischt, wer weiß. Es kann schon heute Nachmittag so weit sein, morgen oder vielleicht auch am Wochenende. Ich werde den Absturz aushalten, wie jedes Mal. Aber ich weiß auch, dass es wieder unangenehm wird. Dass ich mich wieder stumpf und leer fühlen werde, wertlos. Und ich werde mir wieder über die Maßen wünschen, dass dieses hin und her aufhört. Und dann wird mein Mann mir wieder sagen, dass es gut wird, irgendwann. Und ich werde mir wieder wünschen, dass er Recht hat. Und ich werde mich wieder fangen und weitermachen. Bis zum nächsten Mal.

Alles Liebe
Anni

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