Sonntag, 21. Februar 2016

Therapie-Zwischenbilanz

Inzwischen habe ich schon 5 Sitzungen bei meiner Therapeutin hinter mir. Und ich kann nun mit Sicherheit sagen, dass ich mich nach den Erstgesprächen richtig entschieden habe.

Frau B. ist gerade mal 2 Jahre älter als ich. Auch sie hat sich bewusst gegen Kinder entschieden, was die endlose Diskussion über meine biologische Uhr außen vor lässt (die ich bisher mit jedem Therapeuten führen musste). Und sie macht genauso gerne Yoga wie ich.
Die Gespräche mit ihr sind sehr entspannt. Ich fühle mich wohl und relaxt dort. Ich bin so dankbar dafür, dass es mit dem Platz bei ihr geklappt hat.

Und so arbeiten wir nun an den verschiedenen Baustellen meines Lebens. Um mich zu stabilisieren lerne ich im Moment vor allem, auf mich selbst und meine Bedürfnisse zu hören, Grenzen zu setzen und nicht immer alles perfekt machen zu wollen.
Die Therapie setzt in mir vieles in Gang. Mein Gehirn fühlt sich manchmal an als würde es in meinem Kopf rotieren und heiß laufen. Fast als würde es versuchen, neue Verknüpfungen zu schaffen, alte zu kappen und andere Reaktionsmuster zu finden.

Ich weiß, dass 5 Sitzungen nicht viel ist. Ich weiß auch, dass noch viele weitere nötig sein werden bis es mir dauerhaft besser geht.
Am Freitag hat es mir mal wieder vollkommen den Boden unten den Füßen weggezogen. Ich bin früher aus dem Büro nach Hause, weil einfach nichts mehr ging. Als würde sich die Depression aufbäumen um mir zu zeigen, dass sie sich so schnell nicht geschlagen gibt.
Sie hat mich wieder richtig erwischt. Aus dem Nichts heraus. So schnell, dass ich noch nicht mal versuchen konnte, etwas gegen sie zu unternehmen. Also nach Hause, Decke über den Kopf und schlafen. Und gestern dann aktive Selbstfürsorge. Yoga, lesen, Musik hören - Zeit für mich. Ruhe. Wieder zu Kräften kommen. Heute geht es mir auch schon wieder besser. Und um Kraft für die nächste Woche zu sammeln, war noch einmal Selbstfürsorge angesagt.

Was ich in meinem Kampf gegen die Krankheit aber schon gelernt habe: Ich komme aus diesen schlechten Tagen/Phasen wieder raus. Ich weiß, was ich für mich tun kann, um die Depression zurückzudrängen. Und ich schaffe es auch, den nötigen Antrieb für diese Dinge zu finden.

Auch, wenn ich ihr vielleicht noch nicht kräftig in den Hintern treten kann - die Zunge rausstrecken klappt schon ganz gut.

Alles Liebe
Anni


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