Donnerstag, 12. November 2015

Licht und Schatten oder Schatten und Licht


Ihr Lieben, entschuldigt, ich habe meinen Blog wieder vernachlässigt. Aber in den letzten Tagen fehlte mir einfach die Energie zum Schreiben.

 

Ich habe euch ja erzählt, dass ich meine Medikation umstelle. Das habe ich letztes Wochenende angefangen. Die beiden Tage mit je nur einer halben Dosis Citalopram waren ganz okay. Und auf das Venlafaxin muss sich mein Körper wohl noch einstellen …. Bisher nehme ich nur morgens 37,5 mg, das werde ich dann ab Sonntag auf 75 mg steigern.

 

Die Nebenwirkungen halten sich zurzeit in Grenzen. Ich habe einen sehr trockenen Mund, trockene Augen, ein bisschen Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten …. Aber ich merke, dass diese kleine Dosis für mich nicht ausreicht. Meinen Tag im Büro schaffe ich einigermaßen. Aber sobald ich abends meine Wohnung betrete, falle ich auf meine Couch und harre dort aus bis es Zeit ist, um ins Bett zu gehen. Als würde ich mit meiner Büro-Kleidung den Rest an Energie abstreifen, der mich durch den Tag getragen hat. Drückt mir bitte die Daumen, dass das mit der höheren Dosis anders wird.

Aber ich merke morgens schon eine kleine Besserung, den Vormittag überstehe ich mich deutlich mehr Schwung und besserer Laune. Ich muss mich nicht mehr zu sehr verstellen, um nach außen den Schein zu wahren. Das lässt mich hoffen.

 

Was ich ein bisschen schade finde – das Citalopram hat mich immer sehr müde gemacht, weshalb ich es auch immer abends genommen habe. Danach habe ich super geschlafen, tief und erholsam. Das fehlt mir jetzt – und zack! sind meine Schlafstörungen wieder da. Also noch ein Punkt, an dem ich arbeiten muss.

 

Aber ich freue mich auf ein paar freie Tage nächste Woche. Wäre schön, wenn die Sonne bis dahin noch ein bisschen bleiben würde – so ein langer Herbstspaziergang tut meiner kleinen kranken Seele immer gut.

 

Alles Liebe

Anni

Donnerstag, 5. November 2015

Und die Terroristen sind zurück ...

Tja, was soll ich schreiben? Nach meinem Kurzurlaub ging's mir ja ganz gut. Doch das war leider nicht von langer Dauer.

Seit Montag bin ich wieder in eine ganz dunkle Phase gerutscht. Die Leere in meinem Kopf ist wieder da. Alles kostet mich Anstrengung. Ich weiß nichts mit mir anzufangen. Theoretisch weiß ich, was ich probieren könnte, um mir selbst zu helfen, aber dazu kann ich mich nicht aufraffen. Ich rutsche immer noch weiter, ich weiß das - doch ich kann nichts tun, um mich selbst aufzufangen.
Ein ungutes Gefühl. Schwer in Worte zu fassen. Es ist so absurd. So anstrengend. So mühsam, den Kampf wieder aufzunehmen.

Manchmal bin ich den Kampf gegen diese Terroristen in meinem Kopf einfach leid. Will mich ihnen ergeben. In ihre Arme sinken, ihren Worten glauben, nicht mehr um mich treten. Wozu das alles? Wozu die Mühe, die Schmerzen, das Leid?

Doch diese Gedanken gehen vorbei. Ich weiß, dass sie zu mir, zu meiner Krankheit dazu gehören. Ich muss sie annehmen. Mich nicht auch noch selbst dafür verurteilen, das ich so denke. Weil mich das nur noch weiter in die Arme der Terroristen treiben würde.

Mir bleibt ein kleines Stückchen Hoffnung, dass sie sich bald wieder zurückziehen. Mir eine Ruhepause gönnen. Diese Hoffnung hält mich am Leben. Ich will nicht aufgeben.

Alles Liebe
Anni

Sonntag, 1. November 2015

Latest news ...

Jetzt habe ich ein paar Tage nichts von mir hören lassen, aber es war einfach wahnsinnig viel los. Im Büro ging es die letzten Tage extrem rund und zusammen mit dem trüben Wetter draußen war es für mich echt schwierig, das durchzustehen. Ich war körperlich und geistig komplett erledigt und hing die Zeit, die ich nicht im Büro war, nur auf meiner Couch rum.

Und am Donnerstag hatte ich dann einen Termin beim Psychiater. Der mich jetzt auf ein neues Medikament umstellen wird .... Ich hoffe, damit meine Antriebslosigkeit wieder besser in den Griff zu bekommen, habe aber auch Angst vor den Nebenwirkungen. Die Einstellung auf das Citalopram im März hat mir extrem viel abverlangt. Ich hoffe, dass es dieses Mal glimpflicher abgeht für mich ... Noch bin ich mir nicht sicher, wann ich die Umstellung in Angriff nehme. Ich werde aber sicher hier darüber schreiben.

Zu guter letzt waren mein Mann und ich dann für ein verlängertes Wochenende am Bodensee. Es war herrlich und hat gut getan, das Gewohnte mal für ein paar Momente aus dem Kopf zu bekommen. Ein gemütliches Hotelzimmer, gutes Essen, Bewegung an der frischen Luft, shoppen und gemeinsame Zeit mit dem Liebsten - was will man mehr?
Morgen habe ich noch einen Tag frei - ich werde versuchen, ihn ruhig angehen zu lassen und noch etwas für mich zu tun. 

Alles Liebe
Anni