Dienstag, 13. Oktober 2015

Ruhe im Sturm finden

Zurzeit ist es bei mir im Büro wirklich stressig. Gestern hatten wir eine sehr lange Sitzung einer Vorstandskommission und heute ist viel zu viel los und alles gleichzeitig. Früher habe ich solche Tage geliebt, mir konnte gar nicht genug los sein. Ich war und bin einfach mit Leib und Seele Assistentin und gerne mitten drin, koordiniere und organisiere für mein Leben gerne.
Das hat sich mit der Krankheit stark verändert. Mir wird schnell alles zu viel und mehrere Dinge gleichzeitig zu machen, schaffe ich einfach nicht mehr. Dann fühle ich mich überfordert, mein Kopf wird leer und es geht gar nichts mehr. Konzentrieren kann ich mich nur über kurze Zeitspannen und was ich mir nicht aufschreibe, vergesse ich.


Zu Hause habe ich mir ein paar Strategien zurecht gelegt, mit denen ich gegen diese Überforderungswellen angehen kann. Aber vieles davon geht im Büro nicht. Ich kann kein Yoga machen, nicht meditieren und Rätsel lösen geht auch nicht.


Was also tun?
Heute habe ich mir in der Mittagspause einen Spaziergang im Park gegönnt. Habe tief durchgeatmet, die Bäume betrachtet und mir eine Kastanie mitgenommen. Es waren zwar nur 20 Minuten, aber danach kam ich entspannter ins Büro zurück. Ich habe mich in dieser Zeit nur auf das Gehen, das Atmen und das Sehen konzentriert und die Gedanken an meine Aufgaben im Büro links liegen lassen. Seit dem greife ich nun zwischendurch immer nach der Kastanie, halte sie in meiner Hand und spüre ihr Gewicht. Gehe ganz bewusst in diesen Moment und blende den Rest aus. Das hilft mir beim regenerieren, beim zu mir selbst zurückfinden.
Das bewusste Vertiefen in den Moment ist für mich wie ein Anker geworden. Eine kurze Atempause im Sturm des Lebens. Manchmal vergesse ich es im täglichen Trubel noch. Doch mehr und mehr spüre ich das Bedürfnis nach diesen kleinen Oasen im Alltag.


Probiert es doch auch einmal aus und berichtet mir in den Kommentaren von euren Erfahrungen.


Alles Liebe
Anni



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