Sonntag, 4. Oktober 2015

Von Sonntagen und Auszeiten

Glücklicherweise geht es mir heute tatsächlich wieder etwas besser als gestern. Ich habe bevor ich ins Bett gegangen bin noch autogenes Training gemacht (eine geführte Variante, die ich mir aus dem Internet runtergelassen habe). Das hat mir dabei geholfen, vor dem Einschlafen aus dem elenden Gedankenkarussell auszusteigen.

Heute haben mein Mann und ich uns mit einen befreundeten Paar getroffen und waren bei uns im Ort auf dem verkaufsoffenen Sonntag unterwegs. Das war ganz okay - nur in einem Laden bin ich fast durchgedreht. Es war dort total voll, laut und trubelig. Eine Situation, die ich seit der Depression nur sehr schwer ertragen kann. Das wird mir schnell zu viel. Ich werde dann auch wieder total unruhig, fühle mich überfordert. Also hab ich mich nach draußen verdrückt und dort auf meine Begleiter gewartet. Das hat mir den Nachmittag wohl gerettet. Ein paar Mal tief durchatmen, die Augen schließen, kurz innehalten und den Rest ausblenden. Fällt mir auch nicht immer leicht, aber heute hat es ganz gut geklappt.
Wir waren dann noch in Ruhe einen Kaffee trinken, das war schön und hat mir auch gut getan. Aber jetzt reicht es dann auch für heute. Den Rest des Abends werde ich entspannt auf der Couch verbringen, einen Tee trinken und Kraft sammeln für den neuen Tag im Büro morgen.

Auf jeden Fall habe ich wieder einmal gemerkt, wie wichtig diese kleinen Auszeiten zwischendurch für mich sind. Mich kurz aus dem Geschehen herausnehmen, mich auf meinen Atem konzentrieren, etwas Abstand gewinnen. Diese kurzen Momente der Achtsamkeit helfen mir dabei, stressige oder unangenehme Situationen besser zu bewältigen. Dabei unterstützt mich das Wissen aus dem Yoga-Kurs,  in den ich seit Jahren gehe. Und dazu fange ich gerade an, mich mit der Achtsamkeitslehre nach Jon Kabat-Zinn zu beschäftigen. Ich bin gespannt, ob mir das im Kampf gegen die Depressionen helfen kann.

Habt einen schönen entspannten Abend.
Alles Liebe
Anni

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